Die Erde und das Universum
Das Geschehen am Himmel erklärten sich die Menschen zuerst mythisch. Sie identifizierten die Himmelskörper und die Erde mit Gottheiten. Für die Babylonier spielten Sonnengott, Mondgott etc. in der Religion eine grosse Rolle -> genaue Beobachtungen der Gestirne -> Grundlage zur Astronomie (wie Mayas) Babyl. Weltbild: Erde eine kreisförmige Scheibe, von Wasser umgeben, von einem Himmel mit verschiedenen Fixsternen überwölbt. Dieses Weltbild galt bis Homer; seit 7. Jh. v. Chr. Kolonien im Mittelmeerraum -> Horizont weitete sich -> Infragestellung dieses Weltbildes -> Suche nach anderen Erklärungen. Die Methoden dazu übernahmen die Griechen von den Babyloniern, aber die Griechen versuchten aus den Theorien und Beobachtungen Modelle der Weltentstehung abzuleiten. Schlussfolgerungen der Beobachtungen wurden nicht durch Autoritäten bestimmt (Mittelalter) sondern spekuliert -> Jeder Philosoph hatte sein eigenes, durch Widerlegung entstandenes, Weltbild. 3. Jh. Aristarch von Samos: Erde kreist um die Sonne; widerlegt durch Ptolemaios (83 - 161) bedeutendster Astronom der Antike und des Mittelalters Wenn die Erde sich um die Sonne drehen würde, würde alles wegen der hohen Rotationsgeschwindigkeit durch die Luft fliegen. Sein Weltbild: Sonne und Planeten umkreisen Erde -> Beherrschendes Weltbild bis Nikolaus Kopernikus (1473 - 1543) Beweis, dass Erde sich um die Sonne dreht -> lange bis sich dieses Bild durchsetzte (Kirche) Seit 5. Jh. v. Chr.: Annahme: Erde rund; Aristoteles (384 - 323) beweist das und macht Erdumfang Berechnung (Doppelt wie in Realität) Erastothenes (3. Jh.) weitgehend exakte Berechnung. Alle griechischen Weltmodelle: die Erde galt als das unbewegte Zentrum des Universums. Römer erfanden keine wissenschaftliche Disziplinen.
Antike Medizin
Krankheiten wurden früher mit Magie, Kräutern, tierischen Produkten und verschiedene Mixturen (wurden in Fam. überliefert) geheilt. Frühe Republik: pater familias musste Familienmitglieder heilen; fast keine Ärzte; bis 3. Jh. v. Chr. med. Stand in Rom unterentwickelt (vergl. mit Kleinasien und Griechenland) Änderung im 2. Jh. v. Chr. nach röm. Eroberung kamen Ärzte, Philosophen etc. nach Rom. (Abneigung vieler Römer gegen Ärzte -> Cato) Ärzte hatten meist solide Ausbildung (Theorie der hippokratischen Schule: Krankheiten sind Störungen der vier Säfte des menschlichen Organismus -> Arzt muss Gleichgewicht wiederherstellen) Seit späte Republik: Ärzte in Rom unentbehrlich; blieben im Jahre 161 v. Chr. unbehelligt (im Gegensatz zu Rhetoren) Kaiserzeit: vor allem griechische Ärzte; Beruf hatte kein grosses Ansehen (Plebs); Ausbildung durch andere Ärzte (keine staatl. Kontrolle); guter Ruf garantierte Erfolg; Ärzte konnten sehr reich werden. Spätantike (seit 300): jede Region (14; seit Augustus war Rom unterteilt) eigenen Amtsarzt (-> es gab viele Seuchen); die Armen wurden gratis behandelt, dafür festes Gehalt vom Staat. Krankenhäuser gehen auf das römische Militär zurück. Auf der Tiberinsel (ist Aeskulap dem Gott der Heilkunst geweiht) in Rom stand seit etwa 300 v. Chr. bis heute immer ein Krankenhaus. Berühmte Ärzte: Hippokrates (ca. 460 - 370), Galenos (2. Jh. n. Chr.) , Griechen
Naturwissenschaft und Technik
Schritt weg vom mythischem Weltbild war Voraussetzung für die Wahrnehmung physikalischer Gesetzmässigkeiten der Natur. Thales von Milet (624 - 546): Wasser als Urstoff von allem Existierendem (Erde schwimmt auf Wasser); erster sogenannter ionischer Naturphilosoph (-> Welt aus Urstoffen (Wasser, Erde, Feuer, Luft) bestehend); Beginn der wissenschaftlichen Erklärung der Welt; sein Schüler Anaximander (ca. 610 - 546) erste Schrift über die Vorgänge der Natur und Erfinder der Sonnenuhr. In den ersten Jahrhunderten keine Trennung zwischen Philosophie und Wissenschaft und keine Spezialisierung. Seit 5. Jh. v. Chr. Ansätze zur Ausbildung einzelner Wissenschaften. Aristoteles (4. Jh. v. Chr.; Erzieher von Alexander dem Grossen) machte alle geistes-, und naturwissenschaftlichen Disziplinen dieser Zeit (Mathematik, Astronomie, Physik, Biologie, Theologie, Philosophie, Staatskunde) Im Hellenismus fand Spezialisierung statt. Euklid (Eukleides, 300 v. Chr.): Mathematik, Anwendung der Geometrie, wichtige Erkenntnisse in der Optik (geradlinige Ausbreitung des Lichts) Archimedes (3. Jh. v. Chr.; Sohn eines Astronom in Syrakus): Hauptinteresse war Geometrie; Entdeckungen in der Physik (Hebelgesetz, archimedische Schraube, Flaschenzug); Berechnung von Flächeninhalten, krummlinigen Figuren und Volumen von Körpern (z. B. Kugel); Belagerung der Römer von Syrakus (214 - 212) erfand er den Katapult und wurde bei der Eroberung getötet; typischer griechischer Wissenschaftler (-> weniger Nutzanwendung als das Lösen mathematischer Probleme seine Werke hatten einen bedeutenden Einfluss für die Entwicklung der Mathematik im 16. und 17. Jh. Römische Epoche: Anwendung der griechischen Erkenntnisse (Aquädukte, Strassen und Brücken, Fussbodenheizungen, Grossbauten, Hafenanlagen ohne Verschallbauweise (ähnlich wie Beton) und Flaschenzug undenkbar); keine Technik in der Landwirtschaft (wegen Sklaven), Rückgang der Sklaven Nutzung einzelner Maschinen (Wassermühle und Mähmaschine); Perfektionierung verschiedener Angriffsmaschinen der Griechen und Karthager (Katapulte, Wandeltürme u. a.) es wurde immer nach effektiveren Methoden gesucht. Technik galt als Teil des Fachs Architekturlehre.