Alltag in Rom

 

Während der Kaiserzeit lebten in Rom etwa 700’000 bis 1’000’000 Menschen. Wegen der Übervölkerung, die Gedränge, Lärm, Staub und Gestank verursachte, herrschte, außer in der Nacht, Fahrverbot. In Rom war es viel teurer, lauter und unangenehmer als z.B. in Pompeji; doch nur wenige wollten das spannende Leben (Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen usw.) gegen ein Langweiliges tauschen.

Wegen der Grundstücksnot in Rom wurden die Häuser oft zu hoch gebaut. So standen Hauseinstürze und Brände an der Tagesordnung. Der Bewohner der obersten Geschosse war in der Regel arm und lebte beschwerlich. Das Wasser wurde nämlich nicht in die oberen Stockwerke gepumpt. So war es kein Wunder, daß mancher seinen Nachttopf von oben auf die Straße leerte. Generell waren die hygienischen Verhältnisse weit besser als in den Slums der dritten Welt oder im Mittelalter. Zwar verfügte nicht jedes Haus über einen Wasseranschluss, doch es gab praktisch an jeder Straßenecke einen öffentlichen Brunnen.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde es still und unheimlich auf den Straßen. Ein einzelner Spätheimkehrer wurde oft genug niedergeschlagen und ausgeraubt.

Bei Tage jedoch war für Unterhaltung gesorgt; denn ein Drittel des Jahres bestand aus offiziellen Feiertagen, an denen man nicht arbeitete. Es gab gigantische Feste, die unser Vorstellungsvermögen völlig übersteigen. So soll z.B. Die Einweihungsfeier des Kolosseums (80 n. Chr.) hundert Tage gedauert haben, in denen Tausende von Tieren getötet wurden.(!) Es bot über 100’000 Zuschauern Platz.